US-Bundesrichter entscheidet: Troy Davis »nicht unschuldig«

26.08.10 (von ivk) Troy Davis sitzt seit mehr als 20 Jahren im US-Bundesstaat Georgia im Todestrakt. Er hat stets beteuert, den Mord, der ihm angelastet wird, nicht begangen zu haben. Vielmehr liege eine Verwechslung vor. Nun steuert die US-Justiz trotz der zusammengebrochenen Anklagekonstruktion seine Hinrichtung an

Aus: junge Welt Nr. 198 – 26. August 2010

Columbus. Im Fall des im US-Bundesstaat Georgia zum Tode verurteilten Troy Davis hat Bundesrichter William T. Moore Jr. am Dienstag seine abschließende Beurteilung abgegeben. Moore teilte dem Obersten Gerichtshof der USA in Washington D.C. schriftlich mit, Davis sei »nicht unschuldig«. Troy Davis war 1991 wegen Mordes an dem Polizisten Mark MacPhail zum Tode verurteilt worden. Der heute 41jährige hatte immer seine Unschuld beteuert. Drei Hinrichtungstermine wurden gerichtlich aufgehoben. Im Juni 2010 fand dann auf Anordnung des Obersten Gerichtshofs eine zweitägige Anhörung zur Beweisüberprüfung vor Richter Moore statt. Dabei widerriefen sieben der neun Belastungszeugen ihre früheren Aussagen (jW berichtete/siehe Bericht weiter unten auf diese Website). Die Verteidigung kritisierte nach der Anhörung, Moore habe mehrere Entlastungszeugen abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, durch Moores abschließende Bewertung des Falles sei nun der Weg für die Hinrichtung von Troy Davis bereitet.
Jürgen Heiser


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Stand: 25.06.2018 um 21:30:21 Uhr