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Indigene Kämpfe in Amerika. Dringliche Solidarität

18.05.26 (von ivk/jw) Eine neue Broschüre beleuchtet in vielfältigen Beiträgen indigene Kämpfe in Nord- und Südamerika

Link zum Artikel in junge Welt Nr. 113 vom 18. Mai 2026: Bitte HIER klicken!

Indigene Kämpfe in Amerika. Dringliche Solidarität
Im Hinblick auf die um den 4. Juli 2026 in den USA anstehenden Feiern zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung ist die Broschüre »Indigene Kämpfe in den Americas« gerade zur rechten Zeit aus der Druckerei gekommen. Mit den im Untertitel genannten Themenbereichen »Umwelt und Menschenrechte, Autonomie und Repression, politische Gefangene und Internationale Solidarität« präsentiert die Publikation auf 102 Seiten einen Gegenentwurf zu den offiziellen Jubelfeiern. »Die Planungen für dieses besondere Jubiläum« liefen auf Hochtouren, verkünden derzeit die US-Botschaft und die Konsulate in der Bundesrepublik. Mit »einem ganzen Jahr voller Veranstaltungen und Aktivitäten« laden sie »Gemeinden im ganzen Land, von der Bundes- bis zur Kommunalebene, Schulen, Non-Profit-Organisationen, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger« ein, »Teil dieser historischen Feier zu werden«. Die US-Diplomaten wollen »eine neue Wertschätzung für die amerikanische Geschichte wecken, die Schönheit des Landes hervorheben und Neugier, Kreativität und Innovationsfreude fördern«.
Die Broschüre beleuchtet dagegen die Kehrseite des »American Way of Life«: »Die Eroberung des Kontinents, der heute Amerika genannt wird, ging einher mit einer der längsten Geschichten von Völkermord, Kolonialisierung, Versklavung und Ausbeutung.« In den Beiträgen werden unter anderem die Zwangsumerziehung indigener Kinder und Jugendlicher in Kanada sowie Kämpfe in verschiedenen Regionen von Nord- über Mittel- bis Südamerika analysiert. Es werden aktuelle Entwicklungen in autonomen indigenen zapatistischen Gemeinden und Widerstandsbewegungen der Mapuche in Chile und Argentinien gegen Fracking und Repression dargestellt.
Weitere Artikel sind zwei Repräsentanten des »anderen Amerika« gewidmet, für die der 4. Juli ebenfalls kein Tag zum Feiern ist. Beide haben sich regelmäßig in dieser Zeitung zu Wort gemeldet und sind auch in der Broschüre Zeitzeugen für den Zustand der USA unter Trumpismus und ICE-Terror. Der eine ist der seit über 44 Jahren inhaftierte US-Journalist und Ex-Black-Panther Mumia Abu-Jamal. Der andere ist der ebenfalls international geachtete indigene Aktivist des American Indian Movement (AIM) Leonard Peltier. Der Ojibwe-Dakota war ab 1976 politischer Gefangener Washingtons. Erst auf Druck einer beharrlichen Solidaritätsbewegung wurde er im Februar 2025 nach 49 Jahren aus der Haft in den »Hausarrest« in seiner Heimatreservation in North Dakota entlassen. Dort kann er sich seitdem im Kreise seiner Familie und Gefährten von den Leiden erholen, die er unter rigiden Haftbedingungen erlitten hat.
Der Herausgeber der Broschüre, der Verein Tokata-LPSG Rhein-Main e. V., setzt sich seit 25 Jahren unermüdlich für die Befreiung Peltiers und die Herstellung von Verbindungen zu den Befreiungskämpfen in der amerikanischen Hemisphäre ein. Gegründet im Jahr 2000 als »Leonard Peltier Support Group« (LPSG), hat der Verein seine Aktivitäten seither auf die »Unterstützung indigener Sozial-, Umwelt-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte« erweitert.
Tokata bedeutet »Zukunft« in der Sprache der Lakota. In diesem Sinne unterstreicht das Kollektiv der Autorinnen und Autoren die politische Bedeutung indigenen Widerstands, die Dringlichkeit praktischer Solidarität und somit auch die anhaltende Aktualität internationalistischer Zusammenarbeit. »Wir kämpfen nicht nur für uns, sondern auch für eure Zukunft«, erklärte Peltier im März in einem Telefonat mit dem Kollektiv. In »zunehmend härteren Zeiten drohender Diktaturen, Kriege und Umweltzerstörungen« müsse man zusammenstehen. »Lasst uns für die kommenden Generationen gemeinsam für eine lebenswerte, freie und gerechte Welt kämpfen«, so die Botschaft Peltiers an die Leserinnen und Leser der Broschüre.
Jürgen Heiser

Tokata-LPSG Rhein-Main e. V. (Hrsg.): Indigene Kämpfe in den Americas. Selbstverlag, 102 Seiten, gegen Spende plus Versandkosten erhältlich über lpsgrheinmain@aol.com; die Spenden kommen gemeinnützigen Zwecken indigener Projekte zugute.

 
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