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East Harlem in Blau und Schwarz

18.09.23 (von ivk/jw) »Power to the People«: Ehrung von Black Panther Party in New York. Straßennamen würdigen nun politisches Erbe

Link zum Artikel in junge Welt Nr. 217 vom 18. September 2023: Bitte HIER klicken!

East Harlem in Blau und Schwarz
Der aus Philadelphia stammende Bürgerrechtler und politische Gefangene Mumia Abu-Jamal hat in seinen mittlerweile mehr als elfhundert Kolumnen an dieser Stelle immer wieder Themen der 1966 im kalifornischen Oakland gegründeten Black Panther Party (BPP) und ihre kurze, aber für viele bis heute bedeutende Geschichte aufgegriffen. In den USA arbeiten auch andere ehemalige Parteimitglieder wie Abu-Jamal sowie viele jüngere Aktivistinnen und Aktivisten daran, das politische Vermächtnis dieser revolutionären Partei durch vielfältige Initiativen lebendig zu halten.

Ende August versammelten sich in East Harlem, New York, etwa 200 Menschen, um dem feierlichen Akt der Zweitbenennung einer Straße als »Black Panther Way« beizuwohnen. US-Stadträte haben das Recht, vorhandene Straßen mit zusätzlichen Namensschildern von Personen und Organisationen zu versehen, die für ihren politischen oder kulturellen Einfluss auf das Leben der Stadt geehrt werden sollen. So wehte nach langer Zeit wieder einmal die blaue Parteifahne mit dem zum Sprung ansetzenden schwarzen Panther in Harlem. Zum Klang afrikanischer Trommeln begingen zahlreiche ehemalige Mitglieder der BPP und der Black Liberation Army mit älteren und jüngeren Unterstützern sowie Ehemaligen der puertoricanischen Young Lords Party den Moment, als der Adam Clayton Powell Jr. Boulevard und die 122. Straße zusätzlich mit dem Ehrenschild versehen wurden. An der Adresse Adam Clayton Powell Jr. Boulevard Nummer 2.026 befand sich von 1968 bis 1976 das Harlemer Hauptquartier der BPP, in dem auch Assata Shakur aktiv war, die aus der Haft befreit wurde und 1984 politisches Asyl in Kuba erhielt.

Nach einem Bericht des US-Newsportals Struggle for Socialism (SfS) vom 5. September war einer der anwesenden Veteranen der BPP Sundiata Acoli (85), Genosse von Shakur und als politischer Gefangener im Mai 2022 nach fast 50 Jahren Haft freigelassen. Der New Yorker Stadtrat und Expanther Charles Barron sprach per Telefon zu den Kundgebungsteilnehmern und erklärte mit der persönlich anwesenden Stadträtin Kristin Richardson Jordan sowie Shatic Mitchell, dem sehr engagierten Vorstand des Gemeindebezirks East Harlem, warum sie sich für den Zweitnamen der Straßenzüge eingesetzt hatten. Die für Harlem in den US-Kongress delegierte Senatorin Cordell Cleare würdigte in ihrer Ansprache das politische Erbe der Partei und sagte, sie sei »stolz darauf, die angesehenen Mitglieder der Harlemer Ortsgruppe der Black Panthers nun ehren zu können«. Sie verurteilte »die brutale Kampagne des Staatsapparats gegen die Partei«. Jamal Joseph, Anfang der 1970er Jahre das jüngste Mitglied der angeklagten und am Ende freigesprochenen »New York Panther 21« erklärte, der Staat habe »den totalen Terror gegen die BPP entfesselt«. Der Sieg in ihrem Prozess sei nach einer jahrelangen Kampagne möglich gewesen »durch den Aufbau einer antifaschistischen Einheitsfront in diesem Klassenkampf«, so Joseph unter dem Beifall der Menge.

Namentlich gewürdigt wurden laut SfS neben den von der Polizei getöteten oder inzwischen verstorbenen Parteimitgliedern des Harlemer Büros »die sechs Panther-Freiheitskämpfer, die noch immer vom rassistischen US-Staatsapparat inhaftiert sind: Ed Poindexter (seit 52 Jahren), Veronza Bowers (50 Jahre), Kenny ›Zulu‹ Whitmore (45 Jahre), Mumia Abu-Jamal (41 Jahre), Jamil Abdullah Al-Amin, alias H. Rap Brown (23 Jahre) und Kamau Sidiki, alias Fredie Hilton (22 Jahre)«. Die Veteranin Rosemarie Mealy beschrieb die starke Rolle der Panther-Frauen bei der Aufrechterhaltung der Arbeit der Partei angesichts der schweren Repressionen. »Wir waren im Krieg und sind es immer noch.« Am Ende der fast zweistündigen Zeremonie skandierte die Menge »Power to the People – alle Macht dem Volke«, als das Straßenschild »Black Panther Way« enthüllt wurde und Heliumballons in den Parteifarben Blau und Schwarz in den Himmel von Harlem aufstiegen. Nach den Worten von Stadtrat Barron war es »ein glorreicher Tag, der längst überfällig war«.
Jürgen Heiser

 
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